Studie des Fernstraßen-Bundesamts
Notruf im Tunnel: Die Hälfte macht es falsch!
Täglich sind Millionen Menschen in Tunneln unterwegs. Eine Umfrage offenbart: Obwohl sich viele sicher fühlen, haben sie beim Notruf eine gefährliche Wissenslücke, die fatale Folgen haben kann. Erfahren Sie, wie Sie richtig handeln und sich selbst sowie andere schützen.

Gefühl im Tunnel: sicher – doch nicht immer bedenkenlos
Zunächst die gute Nachricht: Das allgemeine Sicherheitsgefühl ist hoch. 69 Prozent der Befragten fühlen sich beim Durchfahren von Straßentunneln sicher. Davon empfinden 22 Prozent sogar eine „sehr sichere“ und weitere 47 Prozent eine „eher sichere“ Fahrt. Das bedeutet aber auch: Jede dritte Person hat ein ungutes Gefühl im Tunnel.
Das möchte das FBA ändern. Seit 2023 setzt es sich mit einer Informationskampagne für Tunnelsicherheit ein. FBA-Präsidentin Doris Drescher stellt klar: „Moderne Straßentunnel gehören zu den sichersten Verkehrswegen, doch ihre Sicherheit hängt maßgeblich vom aufgeklärten und verantwortungsvollen Handeln jedes Einzelnen ab.“
Die unterschätzte Sicherheit: Warum Sie sich im Tunnel sicher fühlen dürfen
Ein genauer Blick auf die Zahlen ermöglicht eine spannende Erkenntnis: Obwohl sich viele Verkehrsteilnehmende im Tunnel grundsätzlich sicher fühlen, empfinden 44 Prozent der Befragten das Fahren im Tunnel als unsicherer als auf einer Straße im Freien. Gleichzeitig sieht fast die Hälfte (47 Prozent) keinen Unterschied und fühlt sich etwa gleich sicher.
Dafür verfügen Tunnel über zahlreiche hochentwickelte Sicherheitseinrichtungen. Videoüberwachung und Notrufstationen mit direkter Verbindung zur Tunnelleitzentrale sorgen im Notfall für maximale Verkehrssicherheit.
Notausgänge und Fluchtwege: bekannt – doch das reicht nicht
Die meisten Verkehrsteilnehmenden sind mit diesen Schutzmechanismen vertraut: 85 Prozent kennen Notausgänge und 83 Prozent können mit Fluchtwegkennzeichnungen etwas anfangen. Auch auf die Beschilderung der Fluchtwege achten viele: 64 Prozent der Fahrerinnen und Fahrer registrieren diese bewusst.

Doch das bloße Wissen um die Existenz von Notausgängen oder Hinweisschildern genügt im Ernstfall nicht. Eine bedenkliche Mehrheit von 57 Prozent der Befragten hat sich noch nicht aktiv mit den Fluchtwegen oder Notfallmaßnahmen im Tunnel beschäftigt., Hier liegt eine entscheidende Wissenslücke. Doris Drescher appelliert: „Wer Tunnel nutzt, sollte sich vorab informieren, wie Notausgänge und Fluchtwege beschildert sind. Nur wer das weiß, kann sich selbst und anderen im Ernstfall optimal helfen.“
Im Tunnelnotfall: Notrufstation statt Mobiltelefon benutzen
Im Ernstfall zählt jede Sekunde. Doch gerade hier offenbart sich eine alarmierende Wissenslücke: Fast die Hälfte (48 Prozent) der Befragten würde die Notrufnummern 110 oder 112 auf dem eigenen Mobiltelefon wählen – im Tunnel ein falsches Verhalten. Bei den unter 30-Jährigen greifen sogar 69 Prozent zum Mobiltelefon. Dabei gilt: Notrufe sollten stets von der nächstgelegenen Notrufstation abgesetzt werden.

„Ein Notruf über das Mobiltelefon kommt bei der Rettungsleitstelle an, die Notrufstation ermöglicht dagegen eine direkte Verbindung zur Tunnelleitzentrale“, erläutert Doris Drescher. „Dort kann man Sie präzise orten, sofortige Maßnahmen einleiten und Rettungskräfte gezielt zum Unfallort schicken.“ Immerhin 47 Prozent der Menschen würden laut der Umfrage richtigerweise zur nächstgelegenen Notrufstation gehen.
Seltene Notfälle – ständige Prävention ist der Schlüssel
Die Statistik beruhigt: 87 Prozent der Teilnehmenden haben noch nie eine Notsituation, wie etwa eine Panne, einen Unfall oder ein Feuer, in einem Straßentunnel erlebt oder beobachtet. „Die Studie macht deutlich: Die beeindruckende Sicherheit unserer modernen Tunnel ist kein Zufall. Wir investieren in Technik und Aufklärung, damit sich Menschen richtig verhalten. Dieses Zusammenspiel ist für uns der Schlüssel zur Prävention“, betont die FBA-Präsidentin.
Tunnelsicherheit ist eine Gemeinschaftsaufgabe, die alle Verkehrsteilnehmenden angeht. Damit Sie und alle anderen jederzeit sicher ankommen, ist es entscheidend, die Regeln zu kennen und die vorhandenen Sicherheitseinrichtungen zu verstehen. Alle Informationen und die vollständigen Studienergebnisse finden Sie hier.
Über die Studie: Die Meinungsforscher von Civey haben vom 31. Oktober bis zum 7. November 2025 im Auftrag des FBA 2.500 aktive Verkehrsteilnehmende befragt. Sie sind repräsentativ für die deutschsprachige Bevölkerung ab 18 Jahren.


