Sicherheit durch Übung

Besser Autofahren mit Begleitetem Fahren ab 17

Mit BF17 sammeln junge Fahrende bis zu dreimal so viele Praxiskilometer wie in der regulären Fahrausbildung. Das Ergebnis: weniger Unfälle und mehr Sicherheit. Wie Begleitpersonen helfen, den Übergang zum eigenständigen Fahren zu meistern.

17.02.2026
2 min Lesedauer
Seitenansicht einer glücklich lächelnden jungen Frau, die von einem Mann einen Autoschlüssel erhält. Sie trägt einen roten Pullover und steht neben einem grauen Auto.

Endlich den Führerschein in der Tasche! Für viele junge Erwachsene verspricht die Fahrerlaubnis eine neu gewonnene Freiheit. Doch nach der bestandenen Prüfung folgt oft ein Gefühl der Ernüchterung: Allein im Auto fühlt sich plötzlich doch vieles anders an als in den Fahrstunden, in denen noch die Fahrlehrerin oder der Fahrlehrer auf dem Beifahrersitz saß.

Genau hier setzt die Initiative Begleitetes Fahren ab 17 (BF17) an. Seit 2011 können junge Menschen bereits einen Monat vor Beginn ihres 17. Lebensjahrs die praktische Führerscheinprüfung absolvieren. Nach bestandener Prüfung dürfen sie bis zum 18. Geburtstag gemeinsam mit einer eingetragenen Begleitperson fahren. Bei den meisten ist es ein Elternteil oder ein anderes Familienmitglied.

Mit jedem Kilometer Fahrpraxis wächst die Sicherheit. Die Statistik zeigt: Verkehrssicherheit nimmt bei jungen Menschen mit Erfahrung zu.

Mit den Eltern auf dem Beifahrersitz fahren? Was für manche nach einer Einschränkung klingen mag, wird von jungen Menschen bundesweit positiv angenommen und sorgt für Sicherheit am Steuer. Während der regulären Fahrausbildung sammeln angehende Autofahrende etwa 500 Kilometer Erfahrung. Mit BF17 kommen durchschnittlich 1.400 zusätzliche Kilometer dazu, sagt Rainer Zeltwanger, Vorsitzender des Bundesverbands Deutsche Fahrschulunternehmer (BDFU).

„Diese zusätzliche Fahrerfahrung macht die jungen Leute unter dem Strich sicherer. BF17-Absolventinnen und -Absolventen verunglücken statistisch seltener als diejenigen, die BF17 nicht durchlaufen haben, und sie fallen auch seltener durch die theoretische und praktische Prüfung.“ Das belegt auch eine Studie der Bundesanstalt für Straßenwesen.

Der Grund für die niedrigeren Unfallzahlen: „Durch das begleitete Fahren wird die Lernzeit verlängert“, meint der erfahrene Fahrlehrer.

BF17 - alles Wichtige auf einen Blick

- Anmeldung bereits 6 Monate vor dem 17. Geburtstag möglich

- Zustimmung eines Erziehungsberechtigten erforderlich

- Theoretische Prüfung frühestens 3 Monate vor dem 17. Geburtstag

- Praktische Prüfung frühestens 1 Monat vor dem 17. Geburtstag

- Prüfbescheinigung statt Kartenführerschein

- Gilt nur bis 3 Monate nach dem 18. Geburtstag

- Kartenführerschein wird nach dem 18. Geburtstag ausgehändigt Gültig nur in Deutschland und Österreich

- Amtliches Ausweisdokument muss beim Fahren mitgeführt werden

- Mindestalter: 30 Jahre

- Muss seit mindestens 5 Jahren im Besitz des Führerscheins der Klasse B sein

- Maximal 1 Punkt im Fahreignungsregister in Flensburg

- Namentliche Eintragung in der Prüfungsbescheinigung (mit Zustimmung der Eltern, sofern diese nicht selbst Begleitperson sind)

- Keine Alkohol- oder Drogeneinwirkung beim Begleiten

- Eintragung des BF17-Teilnehmenden in die KFZ-Versicherung

- Eine Obergrenze für die Anzahl eingetragener Begleitpersonen gibt es nicht

- Begleitperson muss bei jeder Fahrt dabei sein

- Fahren ohne Begleitperson: 70 Euro Bußgeld + 1 Punkt + Führerscheinentzug

- Probezeit beginnt sofort und dauert 2 Jahre

- Es gilt ein absolutes Cannabis- und Alkoholverbot am Steuer

- Klassen AM (Motorroller und Mofas bis 50 cm) und L (kleine Traktoren) dürfen auch ohne Begleitung
gefahren werden

- Begleitperson darf auf Beifahrer- oder Rücksitz sitzen

Aus der Praxis: Wenn Erfahrung den Unterschied macht

Die positiven Effekte von BF17 werden durch viele ehemalige Teilnehmende bestätigt: Emil (heute 25 Jahre alt) war von Anfang an überzeugt: „Ich wollte möglichst viel Fahrerfahrung sammeln, um dann mit 18 wirklich sicher am Steuer zu sein. Die wenigen Fahrstunden reichen dafür meiner Meinung nach einfach nicht aus.“ Für ihn war die Rechnung einfach: Mehr Übung bedeutet mehr Sicherheit.

Lena (heute 23 Jahre alt) hatte noch einen anderen Grund für ihre Entscheidung: „Es hat mir ein gutes Gefühl gegeben, dass meine Mama oder mein Opa neben mir saßen und mir in manchen Situationen Tipps geben konnten. Dadurch war ich weniger nervös, denn ich wusste, dass immer jemand da ist, den ich fragen kann.“

Diese emotionale Unterstützung war für sie Gold wert. Selbst wenn ihr an der Ampel mal der Motor ausging, wusste sie: Ihre Familie steht hinter ihr.

Die Begleitpersonen: mehr als nur Beifahrende

Rechtlich gesehen dürfen Begleitpersonen nicht aktiv ins Fahrgeschehen eingreifen – dennoch profitieren die Fahranfängerinnen und Fahranfänger von ihrer Anwesenheit.

„Meine Eltern haben darauf geachtet, dass ich die Verkehrsregeln einhalte, und gaben mir Tipps beim Anfahren und Einparken“, berichtet Emil über seine Erfahrungen. Lena lernte durch ihren Vater praktische Kniffe: „Anfangs bin ich zum Beispiel immer sehr schnell an die rote Ampel gefahren. Er hat mich darauf hingewiesen, den Gang rauszunehmen und langsam an das stehende Fahrzeug vor mir heranzurollen. Das habe ich in der Fahrschule so nicht gelernt.“

Begleitetes Fahren ab 17: Mehr Sicherheit und Fahrpraxis für junge Fahrende

Das Begleitete Fahren ab 17 hat sich als erfolgreiches Konzept etabliert, das jungen Menschen hilft, sicherer und selbstbewusster am Straßenverkehr teilzunehmen. Die Kombination aus mehr Fahrpraxis und der beruhigenden Anwesenheit erfahrener Begleitpersonen leistet einen Beitrag für mehr Sicherheit auf unseren Straßen.

Bilder: Shutterstock

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