Mehr Rücksicht in Bussen und Bahnen

Achtung: mehr Respekt!

Verbale und körperliche Übergriffe auf Mitarbeitende in Bus und Bahn nehmen in Zahl und Schwere zu. Das Bundesverkehrsministerium, die Deutsche Bahn und der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) führen mit #mehrAchtung die Kampagne für mehr Rücksicht und Respekt in Bussen und Bahnen fort.

05.05.2026
2 min Lesedauer
Ein Plakat der Kampagne. Darauf der Slogan: „Lasst uns den Anschluss zum Miteinander nicht verpassen“.

Eine Zugchefin von DB Fernverkehr wurde auf einer Fahrt nach Hamburg von einem Reisenden gewaltsam an die Wand gedrückt. Zugbegleiterin Melanie B. (Name geändert) wurde schon von Fahrgästen angespuckt, geschlagen und zu Boden geworfen. „Wegen dieser Übergriffe muss ich psychologische Betreuung in Anspruch nehmen“, erzählt Frau B., die seit über 30 Jahren im Regionalverkehr in Brandenburg im Einsatz ist. Sie wünscht sich vor allem einen Umgang, der durch mehr Respekt und Verständnis geprägt ist.

Was Melanie B. und der Zugchefin geschehen ist, ist leider keine Ausnahme. Zwei Drittel der Mitarbeitenden in Bus und Bahn fühlen sich auf der Arbeit immer unsicherer, wie eine aktuelle Umfrage der Eisenbahn- und Verkehrsgesellschaft ergab. Jede und jeder Zweite hat mittlerweile einen körperlichen Angriff erleben müssen. Beleidigungen und Bedrohungen waren sogar schon 85 Prozent der Befragten ausgesetzt. Das hat Folgen: Knapp ein Drittel der Beschäftigten spielt mittlerweile mit dem Gedanken, den Beruf zu wechseln. Setzen sie diesen Gedanken um, stünden deutschlandweit Busse und Bahnen still.

Zahl und Schwere der Übergriffe steigen

  • 2.987 Mitarbeitende in Bussen und Bahnen wurden 2025 zwischen Januar und Oktober Opfer von Straftaten

  • 1.231 Fälle von Körperverletzung wurden registriert

  • darunter 324 Fälle von gefährlicher Körperverletzung

  • Seit 2015 ist die Zahl körperlicher Übergriffe auf DB-Mitarbeitende um 37 Prozent gestiegen

Zum Schutz der Mitarbeitenden hat die Deutsche Bahn ein Sofortprogramm umgesetzt: Mehr Sicherheitspersonal an Bahnhöfen, freiwillige Bodycams für Mitarbeitende, die im Kontakt mit Reisenden stehen, ausgeweitete Deeskalationstrainings und Notrufsysteme sorgen dafür, dass Hilfe schneller kommt und Eskalationen bestenfalls vorab verhindert werden. Die wirksamste Präventionsmaßnahme aber ist und bleibt: Respekt.

Zug um Zug zu mehr Miteinander

Ein Plakat der Kampagne. Darauf der Slogan: „Ticketkontrolle ist kein Grund für Kontrollverlust.“
Ein Plakat der Kampagne. Darauf der Slogan: „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Auch wenn du gestresst bist.“
Ein Plakat der Kampagne. Darauf der Slogan: „Lasst uns den Anschluss zum Miteinander nicht verpassen“.
Ein Plakat der Kampagne. Darauf der Slogan: „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Auch bei der Ticketkontrolle".
Ein Plakat der Kampagne. Es zeigt den Slogan: „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Auch für alle in Uniform.“

Die Plakatkampagne unter dem Motto „Mehr Respekt in Bussen und Bahnen“ erinnert daran, dass wir alle mit mehr Miteinander besser fahren und ankommen. Mit Motiven, die den ersten Artikel des Grundgesetzes ins Zentrum stellen, stärkt sie das Bewusstsein dafür, dass sich kein Mensch Respekt erst verdienen muss. Die Würde des Menschen ist unantastbar – das gilt auch im öffentlichen Nahverkehr.

Bilder: #mehrAchtung

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