Als Führerscheinneuling mit #mehrAchtung unterwegs
Führerschein: Das gilt in der Probezeit.
Mit dem Bestehen der Fahrerlaubnisprüfung startet nicht nur der Weg in die Unabhängigkeit, sondern auch eine neue Verantwortung im Straßenverkehr. Das sollten Sie dazu wissen.

Der Moment, in dem man zum ersten Mal den eigenen Führerschein in den Händen hält, ist unvergesslich. Ein Gefühl von Freiheit, ab sofort selbstständig unterwegs zu sein, neue Wege zu entdecken und das Steuer in der Hand zu halten! Doch mit dieser Freiheit kommt auch eine große Verantwortung – für einen selbst und für alle anderen im Straßenverkehr. Die Probezeit ist dafür da, um genau dieses Gefühl zu verinnerlichen: Sie ist eine wichtige Phase, um Erfahrungen zu sammeln und zu lernen, diese Verantwortung sicher und bewusst zu übernehmen.
Führerschein: Was bedeutet die Probezeit eigentlich?
Die Probezeit nach bestandener Fahrerlaubnisprüfung ist eine zweijährige Phase, die mit der Erteilung der ersten Fahrerlaubnis beginnt. Sie gilt für alle, die erstmal eine Fahrerlaubnis (ausgenommen Klasse AM, L und T) für Pkw oder Motorräder erwerben, unabhängig davon, ob diese den Pkw-Führerschein (Klasse B) oder einen Motorradführerschein (Klasse A) erworben haben. Bei BF17 gilt: Mit Erhalt der Prüfbescheinigung (Klasse B/BF17) beginnt die zweijährige Probezeit.
Die Probezeit dient dazu, Fahranfängerinnen und Fahranfänger schrittweise an die Anforderungen des Straßenverkehrs heranzuführen.
Während der Probezeit gelten besondere Regelungen. Bei bestimmten Verkehrsverstößen können zusätzliche Maßnahmen folgen, etwa die Teilnahme an einem Aufbauseminar und damit verbunden eine Verlängerung der Probezeit auf vier Jahre.
Konsequenzen bei Probezeitverstößen: Schutz statt Strafe
Die Regeln in der Probezeit sehen bei bestimmten Vergehen Konsequenzen vor. Diese sind jedoch nicht als reine Bestrafung gedacht, sondern als eine Möglichkeit, Führerscheinneulinge auf die Bedeutung von sicherem Fahren hinzuweisen und ihnen zu helfen, ihr Verhalten zu korrigieren.
Man unterscheidet zwischen zwei Arten von Verstößen in der Probezeit:
Unterscheidung zwischen A- und B-Verstößen
A-Verstoß in der Probezeit: Dies sind schwerwiegende Verstöße, die direkt die Verkehrssicherheit gefährden. Dazu gehören beispielsweise das Überfahren einer roten Ampel, zu schnelles Fahren, das Benutzen des Handys am Steuer, Fahren unter Alkohol- oder Drogeneinfluss oder das Nichtbeachten der Vorfahrt. Schon ein einziger A-Verstoß in der Probezeit hat ernsthafte Folgen.
B-Verstoß in der Probezeit: Diese Verstöße sind weniger schwerwiegend, beeinträchtigen aber dennoch die Verkehrssicherheit. Beispiele hierfür sind das Halten oder Parken auf Schutzstreifen für den Radverkehr, Parken auf Geh- oder Radwegen. Zwei B-Verstöße in der Probezeit werden wie ein A-Verstoß gewertet.
Was passiert bei Verstößen in der Probezeit?
Bei einem A-Verstoß oder zwei B-Verstößen wird die Probezeit um weitere zwei Jahre verlängert. Zudem muss an einem sogenannten Aufbauseminar für Fahranfängerinnen und Fahranfänger in der Probezeit teilgenommen werden. Dieses Seminar ist eine Chance, das eigene Fahrverhalten zu reflektieren, Risiken besser einzuschätzen, neue Fahrstrategien zu entwickeln und so sicherer im Straßenverkehr unterwegs zu sein. Es ist eine Investition in die Zukunft als verantwortungsvoller Fahrer bzw. als verantwortungsvolle Fahrerin.
Kommt es nach dem Aufbauseminar zu weiteren Verstößen, folgen eine Verwarnung und bei einem dritten Verstoß innerhalb der verlängerten Probezeit sogar der Entzug der Fahrerlaubnis.
Verantwortung am Steuer: mehr als nur Regeln
Durch die aktive Teilnahme am motorisierten Straßenverkehr werden Fahranfängerinnen und Fahranfänger Teil eines großen Ganzen. Jede Handlung kann Auswirkungen auf andere Verkehrsteilnehmende haben. Gegenseitige Rücksichtnahme und ein gutes Miteinander sind wichtiger als Konkurrenzdenken oder der Drang, sich auf der Straße zu beweisen.
Die eigene Sicherheit und die Sicherheit anderer sind das höchste Gut. Stellen Sie sich vor, Sie sind nicht nur die fahrende Person im Auto, sondern auch eine zu Fuß gehende Person, die die Straße überquert, oder mit dem Fahrrad unterwegs. Was würden Sie sich von Autofahrenden wünschen? Wie wollen wir alle miteinander umgehen im Straßenverkehr? Ein solcher Perspektivwechsel kann helfen, um rücksichtsvoller und verantwortungsvoller miteinander umzugehen. Es geht darum, vorausschauend zu fahren, die Regeln zu kennen und zu befolgen, aber eben auchdarum, empathisch und mit gegenseitigem Respekt am Straßenverkehr teilzunehmen.
Die Tücken der Selbstüberschätzung: Warum Vorsicht so wichtig ist.
Die Unfallstatistik zeigt, dass junge Fahrende in den ersten Jahren nach dem Fahrerlaubniserwerb ein erhöhtes Unfallrisiko haben. Das liegt häufig an der fehlenden Fahrpraxis sowie an der Fehleinschätzung von Gefahrensituationen. So können zum Beispiel zu hohe Geschwindigkeiten, Ablenkung durch das Smartphone oder das Fahren unter Alkoholeinfluss fatale Folgen für andere und sich selbst haben. Es ist wichtig, sich bewusst zu machen, dass mit solchen Fehlhandlungen Menschenleben in Gefahr sein können.
Fazit: der sichere Weg in die Zukunft als Verkehrsteilnehmende
Die Probezeit ist Ihre Chance, sich als verantwortungsvolle Person im Straßenverkehr und als Vorbild für Freundinnen, Freunde und Verwandte zu etablieren. Stellen Sie sich das gute Gefühl vor, wenn diese Menschen gern bei Ihnen einsteigen, weil Sie wissen, dass Sie nicht nur das Fahrzeug und die Verkehrsregeln beherrschen, sondern auch sich selbst.
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